Erbliche Katarakte

Erbliche Katarakte

Beschreibung:

Erbliche Katarakte entstehen oft durch genetische Mutationen, die die Linse des Auges beeinflussen. Diese Mutationen stören die Struktur und Funktion der Linse und führen zur Trübung. Sie können von den Elterntieren an ihre Nachkommen weitergegeben werden. Die beteiligten Gene können je nach Art und Spezies der Katarakte variieren. Erbliche Katarakte sind eine genetische Erkrankung und werden nicht von äußeren Faktoren oder Verhalten beeinflusst.


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Wie beeinträchtigen erbliche Katarakte das Auge?

Das Auge funktioniert wie eine Kamera. Licht gelangt durch die Hornhaut in den klaren, vorderen Teil des Auges. Die Hornhaut hilft dabei, das Licht auf die Linse zu fokussieren. Diese ist eine klare Struktur hinter der Iris, die durch Pigmente gefärbte Blende des Auges. Die Linse fokussiert das Licht weiter auf die Netzhaut, eine Zellschicht am Rücken des Auges.

In einem gesunden Auge ist die Linse transparent und ermöglicht das Durchlassen des Lichts, um ein klares Bild auf der Netzhaut zu erzeugen. Die Netzhaut enthält spezialisierte Zellen die Fotorezeptoren genannt werden. Diese wandeln das Licht in elektrische Signale um. Diese Signale werden über den Sehnerv zum Gehirn gesendet, wo sie als visuelle Informationen verarbeitet und interpretiert werden.

Bei erblichen Katarakten beeinflussen genetische Mutationen die Entwicklung und Struktur der Linse. Dadurch wird die Linse trüb oder undurchsichtig, was den Lichtdurchgang stört. Das Licht erreicht die Netzhaut nicht richtig, was zu verschwommener oder verzerrter Sicht führt.

Was verursacht sie?

Erbliche Katarakte können auf verschiedene Weisen vererbt werden. In einigen Fällen reicht bereits ein mutiertes Gen eines Elternteils aus, um Katarakte zu verursachen (autosomal dominant). In anderen Fällen sind zwei Kopien des mutierten Gens, je eine von jedem Elternteil, erforderlich (autosomal rezessiv). Es gibt auch Fälle, in denen das mutierte Gen auf dem X-Chromosom liegt und Rüden stärker als Hündinnen betroffen sein können.


Welche Rassen sind betroffen?

Erbliche Katarakte kommen relativ häufig bei bestimmten Hunderassen vor, wie dem Cocker Spaniel, Pudel, Siberian Husky und Boston Terrier.

Auch Katzen und Pferde können erbliche Katarakte entwickeln, obwohl die Wahrscheinlichkeit zu erkranken im Vergleich zu Hunden geringer ist. Perserkatzen sind anfälliger für Katarakte als andere Katzenrassen. In einigen Fällen können Katarakte bei Pferden mit anderen Augen Abnormalitäten oder systemischen Erkrankungen in Verbindung stehen.


Symptopme

• Trübes oder undurchsichtiges Erscheinungsbild der Linse, das eine Veränderung der Farbe oder Klarheit des betroffenen Auges verursacht. Die Linse kann weiß, grau oder trüb erscheinen und den Lichtdurchgang zur Netzhaut blockieren.

• Sehbeeinträchtigung, einschließlich Schwierigkeiten beim klaren Sehen von Objekten, Stoßen gegen Objekte oder verminderte Sehschärfe. Es können auch Anzeichen von Unbehagen oder Blinzeln bei hellem Licht auftreten.

• Verhaltensänderungen wie Zögern und Vorsicht in unbekannter Umgebung oder Anzeichen von Frustration aufgrund der eingeschränkten Sicht.

• Blinzeln oder Augenbeschwerden wie übermäßiges Tränen, Rötung oder Reiben der betroffenen Augen.


Diagnose und Behandlung

Die Schwere und Progression erblicher Katarakte können variieren. Einige Tiere entwickeln kleine Katarakte, die die Sicht nicht wesentlich beeinträchtigen, während andere größere oder dichtere Katarakte entwickeln können, die zu erheblichen Sehbeeinträchtigungen oder Blindheit führen können. Tierärztliche Augenärzte können erbliche Katarakte bei Tieren durch eine umfassende Augenuntersuchung diagnostizieren. Die Behandlungsoptionen fallen in der Regel in eine der beiden Kategorien:

Die häufigste Behandlung bei signifikanten erblichen Katarakten ist die chirurgische Entfernung. Der Eingriff, bekannt als Phakoemulsifikation, beinhaltet das Zerbrechen der kataraktösen Linse und ihre Entfernung aus dem Auge. Nach der Entfernung der Linse kann eine künstliche Linse, Intraokularlinse (IOL) genannt, implantiert werden, um das Sehvermögen wiederherzustellen.

In einigen Fällen, wenn eine chirurgische Entfernung nicht möglich oder empfohlen ist oder wenn die Katarakte das Sehvermögen nicht signifikant beeinträchtigen, kann der Tierarzt empfehlen, die Katarakte zu überwachen und eventuelle Komplikationen zu behandeln. Dies kann die Behandlung von sekundären Problemen wie Entzündungen oder gleichzeitigen Augenerkrankungen umfassen, um das Wohlbefinden und die Lebensqualität des Tieres zu erhalten.


Präventionsmaßnahmen

Genetische Tests können helfen, die spezifischen Gene zu identifizieren, die mit Katarakten bei Tieren in Verbindung stehen.

Die Betrachtung des Stammbaums von Hunden kann wertvolle Informationen über das Vorhandensein von Katarakten in ihrer Abstammung liefern. Die Identifizierung betroffener Individuen und ihrer Verwandten kann helfen, das erbliche Risiko zu bewerten und Zuchtentscheidungen zu treffen.

In Fällen, in denen erbliche Katarakte eine genetische Grundlage haben, können Züchter mit veterinärmedizinischen Genetikern und Augenärzten zusammenarbeiten, um Zuchtstrategien zu entwickeln, die darauf abzielen, die Häufigkeit von Katarakten in zukünftigen Generationen zu reduzieren.