Jeder kennt es: Man möchte seinem Vierbeiner einfach das passende Futter kaufen, sieht vor lauter Marken oder Farben aber den Wald kaum. Damit der Futterkauf nicht mehr zum Glücksspiel wird, ist es hilfreich zu wissen, worauf es wirklich ankommt. Was zeichnet ein gesundes Hundefutter aus und um welche Inhaltsstoffe sollte man lieber einen großen Bogen machen? Wer den Code auf dem Etikett entschlüsselt, trifft die bestmögliche Wahl für seinen Hund.
Ein Hundefutter-Etikett wirkt auf den ersten Blick oft kompliziert, kann aber viel darüber verraten, wie ein Futter für Hunde zusammengesetzt ist und ob es zum eigenen Hund passt. Wenn man als Hundehalter weiß, worauf man achten sollte, kann Hundefutter deutlich besser eingeschätzt werden und kann seinem Hund etwas Gutes tun.
In diesem Blogeintrag geben wir euch die wichtigsten Details auf einen Blick.
Gesetzliche Pflichtangaben
Art des Futtermittels: Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel
Tierkategorie: z. B. „für Welpen“ oder „für ausgewachsene Hunde“
Zusammensetzung: Die Zutatenliste (wie Fleisch, Gemüse, Getreide) in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils vor der Verarbeitung.
Analytische Bestandteile: Angaben in Prozent – verpflichtend sind Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche.
Zusatzstoffe: Vitamine, Spurenelemente und technologische Zusätze (z. B. Konservierungsstoffe), sofern sie künstlich zugesetzt wurden.
Mengenangabe: Das Nettogewicht der Packung oder Dose.
Fütterungsempfehlung: Eine Richtlinie zur täglichen Futtermenge.
Verantwortlicher Hersteller/Inverkehrbringer: Name, Anschrift und gesetzliche Zulassungsnummer des Betriebs.
Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) & Partie- oder Bezugsnummer: Zur Rückverfolgbarkeit des Futters im Falle von Produktionsfehlern.
Feuchtigkeitsgehalt: Rechtlich verpflichtend, sobald das Futter mehr als 14 % Feuchtigkeit enthält.
Die wichtigsten Begriffe genauer erklärt
Die Zutatenliste wird auch als Deklaration bezeichnet. Diese gibt Auskunft über die Zusammensetzung, die Nährstoffe und den jeweiligen Verwendungszweck des Futters. Anhand der Genauigkeit der Angaben kann man in der Regel die Transparenz des Produktes gut erkennen.
Man unterscheidet hier zwischen offener und geschlossener Deklaration.
Offene Deklaration: Jede einzelne Zutat ist exakt mit ihrem prozentualen Anteil ausgewiesen (z. B. „25 % frisches Muskelfleisch, 10 % Kartoffeln“).
Geschlossene (oder halboffene) Deklaration: Die Zutaten werden in Gruppen zusammengefasst (z. B. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“). Hierbei ist für den Hundehalter meist unklar, welche genauen Rohstoffe oder Tierarten verwendet wurden und wie hoch der exakte Fleischanteil ist.
Alleinfuttermittel vs. Ergänzungsfuttermittel: Diese Angabe ist wichtig vorher zu prüfen!
Ein Alleinfuttermittel ist ein Hundefutter, das laut Futtermittelverordnung alle essenziellen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien abdeckt, die euer Hund täglich benötigt. Kurz gesagt: Es deckt den gesamten Bedarf ab, sodass keine zusätzlichen Nahrungsergänzungsmittel zwingend notwendig sind.
Im Gegensatz dazu ist das Ergänzungsfuttermittel (z. B. reine Belohnungssnacks, Öle oder pflanzliche Komponenten passend für Haut & Fell, Gelenke etc.) ein spezielles Tierfutter, was den täglichen Bedarf nicht komplett abdeckt. Das Ergänzungsfuttermittel dient ausschließlich als Zusatz, um Nährstofflücken gezielt zu schließen oder den Hund in bestimmten Lebensphasen oder Situationen extra zu unterstützen.
Zusatzangaben auf Hundefutter (wie analytische Bestandteile und ernährungsphysiologische Zusatzstoffe) verraten offen und klar, welche Nährstoffe im Napf landen.
Analytische Bestandteile: Die Angaben hier geben die Nährwerte des Futters an, sie werden im Labor ermittelt. Die wichtigsten Angaben sind Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit.
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Zu denen gehören im Wesentlichen Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.
Vitamine (z. B. Vitamin A, D3, E) dienen der Bedarfsdeckung und werden dem Futter künstlich beigemischt, da Rohstoffe beim Erhitzen oder bei der Lagerung Vitamine verlieren.
Spurenelemente & Mineralstoffe: (z. B. Zink, Eisen, Jod) gehören ebenfalls zu den wichtigen Bestandteilen.
Tipp: Enthält das Futter künstliche Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker, solltet ihr das Futter am besten meiden. Diese Zusatzstoffe können ggf. Allergien auslösen.
Was sagt die Zutatenliste über das Futter aus?
Hier zeigt sich, wie genau ein Hersteller die Bestandteile benennt und das ist besonders hilfreich, wenn man verschiedene Produkte vergleichen oder z. B. ein passendes Futter für einen sensiblen Hund auswählen möchte.
Welche Angaben zu Nährstoffen sind wichtig?
Neben der Zutatenliste stehen auf dem Etikett meist die analytischen Bestandteile.
- Rohprotein: Gesamtanteil an Eiweiß im Futter. Empfohlener Richtwert: Trockenfutter 18–25 %, Nassfutter 8–12 %.*
- Rohfett: Anteil aller enthaltenen Fette und Öle. Empfohlener Richtwert: Trockenfutter 8–13 %, Nassfutter 4–6 %.*
- Rohfaser: Anteil unverdaulicher Pflanzenfasern. Empfohlener Richtwert: Trockenfutter 2–5 %, Nassfutter 0,5–1 %.*
- Rohasche: Anteil an Mineralstoffen und Spurenelementen. Empfohlener Richtwert: Trockenfutter 4–7 %, Nassfutter 1–3 %.*
- Feuchte: Wassergehalt im Futter. Empfohlener Richtwert: Trockenfutter unter 10 %, Nassfutter etwa 70–80 %.*
*Die Richtwerte dienen nur als allgemeine Orientierung und können je nach Alter, Aktivität und Gesundheitszustand variieren.
Welche Informationen gehören noch dazu?
Zur Vollständigkeit braucht es auch die Fütterungsempfehlung. Dort steht meist, wie viel Futter pro Tag empfohlen wird, oft abhängig vom Gewicht, Alter und Aktivität des Hundes.
Zusätzlich sind das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Chargen- oder Losnummer wichtig, da sie Auskunft über Haltbarkeit und Rückverfolgbarkeit geben.
Auch die Hersteller- oder Kontaktangaben müssen klar erkennbar sein.
Woran erkennt man insgesamt hochwertiges Hundefutter?
Die Formel für gesundes Futter ist simpel: Gut ist, was bedarfsgerecht ist. Um das perfekte Match zu finden, steht daher immer eine Frage im Vordergrund: Was braucht mein Hund in seiner aktuellen Lebensphase eigentlich wirklich?
Zusätzliche Fragen (FAQ)
Sind Nebenerzeugnisse automatisch schlecht?
Nein, nicht automatisch. Entscheidend ist, wie sie benannt sind und wie das Gesamtfutter zusammengesetzt ist.
- Hochwertig: Innereien wie Herz oder Leber liefern wichtige Nährstoffe.
- Minderwertig: Schlachtabfälle wie Hufe oder Federn dienen oft als billige Füllstoffe.
Reicht ein hoher Fleischanteil allein aus?
Nein, ein hoher Fleischanteil allein reicht nicht aus. Er garantiert kein gesundes Hundefutter.
Ein gesundes Hundefutter benötigt die richtige Balance aus:
- Muskelfleisch
- Innereien
- Knochen und mineralstoffreichen Bestandteilen
- Pflanzlichen Zutaten wie Gemüse, Obst und hochwertigen Ölen
Hunde-Experten raten beim Lesen des Etiketts zu folgenden Schritten
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Prüfe zuerst die Futterart.
Steht dort Alleinfuttermittel, ist das Futter für die tägliche Versorgung gedacht.
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Lies die Zusammensetzung von oben nach unten.
Die Zutaten stehen in absteigender Reihenfolge nach Gewicht.
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Achte auf eine klare Deklaration.
Je genauer die Zutaten benannt sind, desto besser lässt sich das Futter einschätzen.
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Vergleiche die analytischen Bestandteile.
Sie geben einen schnellen Überblick über die Nährstoffzusammensetzung.
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Wirf einen Blick auf die Zusatzstoffe.
Vitamine und Mineralstoffe sollten verständlich aufgeführt sein.
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Kontrolliere die Pflichtangaben.
Dazu gehören Herstellerangaben, Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummer.
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Beurteile das Futter immer im Gesamtbild.
Nicht ein einzelner Wert entscheidet, sondern die Kombination aus allen Angaben.
Fazit
Ein Hundefutter-Label richtig zu lesen, hilft dabei, die Zusammensetzung eines Futters besser einzuordnen und passende Produkte gezielter auszuwählen. Besonders wichtig sind die Futterart, eine klare Deklaration, die analytischen Bestandteile sowie vollständige Angaben zu Zusatzstoffen und Herstellerdaten.
