Charakter / Wesen
Wesen und Training
Der Rottweiler hat ein freundliches und anhĂ€ngliches Wesen und ist sehr arbeitsfreudig. Rottweiler sind intelligent, selbstsicher, aufmerksam und neigen zu territorialem Verhalten. Sie haben einen ausgeprĂ€gten Wach- und Schutzinstinkt. All das sollte im Training unbedingt berĂŒcksichtigt werden.
Es ist wichtig, Rottweiler frĂŒhzeitig an verschiedene Menschen, Tiere und Umweltreize zu gewöhnen. Eine frĂŒhe und umfassende Sozialisation hilft, Verhaltensprobleme und Unsicherheiten zu vermeiden.
Das Training eines Rottweilers sollte darauf abzielen, einen gut erzogenen und sozialisierten Hund zu fördern, der ein angenehmer und sicherer Begleiter ist. Da Rottweiler sehr aktiv sind, sollte ihnen eine artgerechte Bewegung und BeschĂ€ftigung geboten werden. Sie eignen sich fĂŒr verschiedene Hundesportarten.
Rottweiler benötigen eine konsequente und gerechte FĂŒhrung, die jedoch nicht hart sein sollte. Um einen Rottweiler angemessen halten und trainieren zu können, ist eine gewisse Erfahrung in der Hundehaltung und im Hundetraining erforderlich, so dass Rottweiler gut zu sportlichen, hundeerfahrenen Menschen passen.
Rassedisposition
Rasselisten
In einigen LĂ€ndern, BundeslĂ€ndern und Regionen gibt es sogenannte Rasselisten, auf denen bestimmte Hunderassen aufgefĂŒhrt sind, die als potenziell gefĂ€hrlich angesehen werden. Diese Rassen können bestimmten EinschrĂ€nkungen und Vorschriften unterliegen. Der Rottweiler gilt in einigen BundeslĂ€ndern als sogenannter Listenhund.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Einstufung eines Hundes als gefÀhrlich oder potenziell gefÀhrlich nicht automatisch bedeutet, dass der Hund tatsÀchlich gefÀhrlich ist. Ein Rottweiler, der gut sozialisiert und erzogen ist, kann ein liebevoller und treuer Begleiter sein.
Es ist jedoch wichtig, dass alle Rottweilerhalter verantwortungsvoll handeln und sicherstellen, dass ihr Hund gut erzogen und sozialisiert ist, um das Risiko von unerwĂŒnschtem Verhalten oder UnfĂ€llen zu minimieren.
Welche Auflagen sind zu beachten?
In einigen LĂ€ndern und Regionen können fĂŒr Rottweiler und andere als potenziell gefĂ€hrlich eingestufte Hunde bestimmte Auflagen und EinschrĂ€nkungen gelten. Diese Auflagen können je nach Land, Bundesland oder Gemeinde unterschiedlich sein. Folgende Auflagen sind möglich:
1. Maulkorbpflicht: In einigen LĂ€ndern und Regionen mĂŒssen Rottweiler und andere als potenziell gefĂ€hrlich eingestufte Hunde in der Ăffentlichkeit einen Maulkorb tragen.
2. Leinenzwang: In einigen LĂ€ndern und Regionen mĂŒssen Rottweiler und andere als potenziell gefĂ€hrlich eingestufte Hunde immer an der Leine gefĂŒhrt werden, wenn sie in der Ăffentlichkeit unterwegs sind.
3. Wesenstest: Mit einem Wesenstest werden die Verhaltenseigenschaften eines Hundes ĂŒberprĂŒft, um mögliche gefĂ€hrliche Hunde zu erkennen.
4. Sachkundenachweis: In einigen LĂ€ndern und Regionen mĂŒssen Rottweilerhalter einen Sachkundenachweis erbringen, der belegt, dass sie ĂŒber ausreichende Kenntnisse in der Haltung und Erziehung von Hunden verfĂŒgen.
5. Haltungserlaubnis: In einigen LĂ€ndern und Regionen dĂŒrfen Rottweiler erst nach Erhalt einer ordnungsbehördlichen Erlaubnis gehalten werden. Um die Erlaubnis zu erhalten können z. B. Sachkundenachweis, FĂŒhrungszeugnis und Haftpflichtversicherung erforderlich sein.
Es ist wichtig, die Auflagen und Vorschriften fĂŒr Rottweiler in der eigenen Region und möglichen Urlaubszielen zu kennen und sich daran zu halten, um Konflikte und Probleme zu vermeiden.
Neigungen Rassenbedingt
Rassetypische Krankheiten
Wie alle Hunderassen sind Rottweiler anfĂ€llig fĂŒr bestimmte Krankheiten und gesundheitliche Probleme. Einige der möglichen Rottweiler-Krankheiten sind:
âą HĂŒftdysplasie: Dies ist eine genetisch bedingte Erkrankung, bei der sich das HĂŒftgelenk nicht richtig entwickelt und zu Schmerzen und Lahmheit fĂŒhren kann.
âą Ellenbogendysplasie: Eine weitere genetisch bedingte Erkrankung, die zu Lahmheit und Schmerzen fĂŒhren kann. Hierbei sind die Gelenke im Ellenbogenbereich betroffen.
âą Kardiomyopathie (DCM): Eine Herzkrankheit, die zu einer abnormalen Verdickung, VergröĂerung und SchwĂ€chung des Herzmuskels fĂŒhrt.
âą Aortenstenose: Eine Verengung der Aorta, die das Blutflussvolumen einschrĂ€nken und zu Herzproblemen fĂŒhren kann.
âą Leukoencephalomyelpathie (LEMP): Eine seltene neurologische Erkrankung, die bei Rottweilern und einigen anderen Hunderassen vorkommen kann. LEMP verursacht eine SchĂ€digung des Nervensystems und fĂŒhrt zu einer fortschreitenden LĂ€hmung und SchwĂ€che der GliedmaĂen.
âą Progressive degenerative Polyneropathie (DPN): Ebenfalls eine neurologische Erkrankung, die bei einigen Rottweilern vorkommen kann. DPN ist eine progressive Erkrankung, die das periphere Nervensystem betrifft und zu MuskelschwĂ€che, Atrophie und LĂ€hmungen fĂŒhren kann.
⹠Entropium: Eine genetisch veranlagte Erkrankung, bei der sich das Augenlid nach innen dreht und die AugenoberflÀche reizt.
âą Osteosarkom: Ein bösartiger Knochenkrebs, der hĂ€ufig bei groĂen Hunderassen wie dem Rottweiler auftritt.
Es ist wichtig, dass Rottweiler regelmĂ€Ăig von einem Tierarzt untersucht werden, um frĂŒhzeitig eventuelle gesundheitliche Probleme zu erkennen und zu behandeln. Eine gesunde ErnĂ€hrung, regelmĂ€Ăige Bewegung und Aufmerksamkeit fĂŒr VerhaltensĂ€nderungen können auch dazu beitragen, die Gesundheit zu erhalten.
Schon gewusst?
Kosten
Die Kosten fĂŒr einen Rottweiler können durch verschiedene Faktoren wie z. B. ZĂŒchter, Alter, Region variieren. Je nach ZĂŒchter kann der Kaufpreis zwischen 800 und 2.000 Euro liegen. Es ist wichtig, sich vor dem Kauf eines Rottweilers ĂŒber die Kosten fĂŒr Futter, Tierarztbesuche, Training und andere Ausgaben im Klaren zu sein. Es ist auch ratsam, sich Zeit zu nehmen, um verschiedene ZĂŒchter zu recherchieren und kennenzulernen, um Gesundheit und eine gute Sozialisation des Hundes sicherzustellen.
Insbesondere die Kosten zur AuflagenerfĂŒllung, fĂŒr Hundesteuer und Haftpflichtversicherung sind unbedingt zu berĂŒcksichtigen. Da der Rottweiler in einigen BundeslĂ€ndern und Regionen als âListenhundâ gilt, sind dadurch oftmals erhöhte SteuersĂ€tze und VersicherungsbeitrĂ€ge fĂ€llig.
Geschichte
Der Rottweiler gehört zu den Ă€ltesten Hunderrassen. Es wird angenommen, dass ihre Vorfahren römische Molosserhunde waren, die von den Römern im Zuge ihrer EroberungszĂŒge nach Deutschland gebracht wurden.
Namensgeber der Rottweiler ist die sĂŒddeutsche Stadt Rottweil, zu dessen bedeutendem Viehmarkt das Vieh von weit hergebracht wurde. Die ViehhĂ€ndler und Metzger benötigten hierfĂŒr ausdauernde Hunde, die mit dem widerspenstigen Vieh umgehen konnten als auch beschĂŒtzen und bewachen sollten. Sie wurden aber nicht nur als Wach-, Schutz- und Treibhund eingesetzt, sondern hatten auch die Aufgabe den Karren zu ziehen.
Im Laufe der Zeit verlor der Rottweiler seine ursprĂŒngliche Funktion als Arbeitshund und wurde immer mehr als Familien- und Begleithund gehalten. Im Jahre 1910 wurden Rottweiler auch fĂŒr den Einsatz als Diensthund bei Polizei und MilitĂ€r anerkannt.
Allerdings gibt es auch negative Aspekte in der Geschichte der Rottweiler. In den 1990er Jahren kam es zu einer starken Zunahme von Rottweiler-Angriffen auf Menschen, was zu einer öffentlichen Diskussion ĂŒber die potenzielle GefĂ€hrlichkeit der Rasse fĂŒhrte. Seitdem sind in vielen LĂ€ndern wie beispielsweise Deutschland bestimmte Auflagen fĂŒr Rottweiler-Haltung festgelegt worden, um die Sicherheit von Mensch und Tier zu gewĂ€hrleisten.
Haltung:
Fellpflege
Das Fell des Rottweilers besteht aus Deckhaar und Unterwolle und ist pflegeleicht. RegelmĂ€Ăiges BĂŒrsten ist natĂŒrlich dennoch erforderlich und vor allem im Fellwechsel notwendig.
Die Krallen sollten regelmĂ€Ăig ĂŒberprĂŒft werden und bei Bedarf gekĂŒrzt werden. Auch Ohren und ZĂ€hne sollten in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden kontrolliert, gereinigt und gepflegt werden.
ErnÀhrung
Die FĂŒtterung ist wichtig, um Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten. Es sollte ein qualitativ hochwertiges Futter gewĂ€hlt werden, das alle NĂ€hrstoffe enthĂ€lt, die der Rottweiler benötigt, um gesund zu bleiben. Mögliche FĂŒtterungsarten wĂ€ren beispielsweise Trocken-, Nass- oder BARF-FĂŒtterung.
Da Rottweiler zu Ăbergewicht neigen, sollte das Futter an verschiedene Faktoren wie z. B. AktivitĂ€t, Alter und eventuelle Kastration angepasst und auch die Gabe von Leckerlis und Snacks berĂŒcksichtigt werden. Besonders im Hinblick auf mögliche Gelenkserkrankungen sollten Rottweiler möglichst schlank sein, um die Gelenkbelastung gering zu halten.
AuĂerdem sollte frisches, sauberes Wasser jederzeit zur VerfĂŒgung stehen.