Leidet ein Hund unter dauerhaftem Juckreiz, wiederkehrenden Ohrenentzündungen oder Verdauungsproblemen, kann eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit dahinterstecken. Um den Auslöser zu ermitteln, gilt die Ausschlussdiät – auch Eliminationsdiät genannt – als zuverlässigste Diagnosemethode. Sie erfordert Geduld und Konsequenz, liefert aber in den meisten Fällen belastbare Ergebnisse.

Was ist eine Ausschlussdiät beim Hund?
Bei einer Ausschlussdiät erhält der Hund über mehrere Wochen ausschließlich eine Proteinquelle und meist eine Kohlenhydratquelle, die er bisher noch nicht gefressen hat. Alternativ kann ein hydrolysiertes Diätfutter* eingesetzt werden. Ziel ist es, mögliche Allergieauslöser systematisch auszuschließen und zu beobachten, ob die Beschwerden nachlassen.
Wie die Umstellung auf das Diätfutter erfolgen sollte, hängt von der individuellen Situation des Hundes ab. Vor allem bei empfindlichen Hunden empfiehlt es sich, das Vorgehen mit dem Tierarzt abzustimmen.
* Hydrolysiertes Diätfutter enthält speziell aufgespaltene Eiweiße. Dadurch werden sie vom Immunsystem seltener als Allergieauslöser erkannt.
Anzeichen einer Futtermittelallergie
Eine Futtermittelallergie zeigt sich nicht nur durch Magen-Darm-Beschwerden. Häufig stehen Hautprobleme im Vordergrund.
|
Häufige Anzeichen |
Beschreibung |
|
Besonders an Pfoten, Ohren und Bauch |
|
|
Wiederkehrende Ohrenentzündungen |
Oft ohne erkennbare Ursache |
|
Durchfall oder weicher Kot |
Teilweise im Wechsel mit normalem Kot |
|
Erbrechen |
Wiederkehrend nach dem Fressen |
|
Hautrötungen |
Häufig verbunden mit starkem Lecken oder Kratzen |
Da diese Beschwerden auch andere Ursachen haben können, sollte der Hund vor Beginn der Ausschlussdiät tierärztlich untersucht werden.
Der Tierarzt kann zunächst andere Ursachen wie Parasiten, Hauterkrankungen oder Umweltallergien ausschließen und beurteilen, ob eine Ausschlussdiät sinnvoll ist. Bei starken Allergiesymptomen oder Unsicherheiten sollte die Durchführung ebenfalls tierärztlich begleitet werden.
4 wichtige Schritte zur Ausschlussdiät
-
Geeignete Proteinquelle auswählen
Verwendet wird eine Proteinquelle, die der Hund bisher möglichst noch nicht gefressen hat. Häufig kommen Fleischsorten wie Pferd, Ziege, Känguru oder Insektenprotein infrage.
-
Passende Kohlenhydratquelle wählen
Falls kein Alleinfutter verwendet wird, eignen sich beispielsweise Süßkartoffeln oder Pastinaken, sofern sie bisher nicht Bestandteil der Ernährung waren.
-
Ausschlussdiät konsequent einhalten
Während der gesamten Diät darf der Hund ausschließlich die ausgewählten Zutaten erhalten. Schon kleine Mengen anderer Futtermittel können das Ergebnis verfälschen.
-
Veränderungen dokumentieren
Ein Ernährungstagebuch hilft dabei, Hautbild, Kotbeschaffenheit, Juckreiz und das allgemeine Wohlbefinden regelmäßig festzuhalten. So lassen sich Veränderungen besser nachvollziehen.
Geeignete Proteinquellen für die Ausschlussdiät
Nicht jede Proteinquelle eignet sich für jeden Hund. Entscheidend ist, dass der Hund diese Proteinquelle bisher nicht gefressen hat. Nur so lässt sich zuverlässig beurteilen, ob sie gut vertragen wird.
|
Proteinquelle |
Eignung |
|
Pferd |
Geeignet, wenn bisher nicht gefüttert |
|
Ziege |
Geeignet, wenn bisher nicht gefüttert |
|
Kaninchen |
Je nach bisheriger Fütterung |
|
Känguru |
Geeignet, wenn bisher nicht gefüttert |
|
Insektenprotein |
Moderne Alternative |
Das richtige Futter während der Ausschlussdiät
Ein Monoprotein-Hundefutter – also ein Futter mit genau einer tierischen Proteinquelle – ist während der Ausschlussdiät meist die praktischste Wahl. Die übersichtliche Zutatenliste erleichtert es, mögliche Reaktionen eindeutig einem Inhaltsstoff zuzuordnen. Welche Fütterungsform im Einzelfall geeignet ist, sollte jedoch idealerweise gemeinsam mit dem Tierarzt entschieden werden.
Wichtig ist, die Zutatenliste vollständig zu prüfen. Auch Brühen, Fette, Öle oder Zusatzstoffe können weitere tierische Bestandteile enthalten und das Ergebnis verfälschen. Leckerlis, Kauartikel sowie Nahrungsergänzungsmittel sollten ebenfalls ausschließlich aus der gewählten Proteinquelle bestehen oder während der Ausschlussdiät weggelassen werden.
Alternativ kann der Tierarzt ein hypoallergenes oder hydrolysiertes Diätfutter empfehlen. Dabei werden die Eiweiße so stark aufgespalten, dass sie vom Immunsystem seltener als Allergene erkannt werden.
Häufige Fehler vermeiden
Viele Ausschlussdiäten scheitern nicht am Hauptfutter, sondern an kleinen Ausnahmen im Alltag.
Zu den häufigsten Fehlern gehören:
- Leckerlis zwischendurch
- Kauknochen oder andere Kauartikel
- Medikamente mit Geschmacksstoffen
- Futterreste vom Tisch
- Belohnungen beim Hundetraining
Auch Familienmitglieder und Besucher sollten informiert werden, damit der Hund keine ungeplanten Snacks erhält.
Dauer und Auswertung der Ausschlussdiät
Eine Ausschlussdiät dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen. Bei manchen Hunden kann es etwas länger dauern, bis Hautveränderungen vollständig abgeklungen sind.
Verbessern sich die Beschwerden deutlich, folgt anschließend die sogenannte Provokationsphase. Dabei wird das bisherige Futter oder einzelne Zutaten schrittweise wieder eingeführt. Treten die Symptome erneut auf, lässt sich der Auslöser meist eindeutig bestimmen.
Wie geht es nach der Ausschlussdiät weiter?
Nach erfolgreicher Diagnose wird ein langfristig gut verträgliches Futter ausgewählt. Viele Hunde kommen dauerhaft mit einem Monoprotein-Hundefutter oder einer hydrolysierten Diät gut zurecht. Bekannte Allergieauslöser sollten dauerhaft gemieden werden.
Futterumstellung nach der Ausschlussdiät
Nach Abschluss der Ausschlussdiät wird das neue Futter schrittweise eingeführt. Als Orientierung kann folgende Vorgehensweise dienen:
|
Zeitraum |
Verhältnis altes : neues Futter |
|
Tage 1–3 |
75 % : 25 % |
|
Tage 4–6 |
50 % : 50 % |
|
Tage 7–9 |
25 % : 75 % |
|
Ab Tag 10 |
100 % neues Futter |
Bei empfindlichen Hunden kann die Umstellung auf bis zu 14 Tage ausgedehnt werden. Während dieser Zeit sollten Kotbeschaffenheit, Hautbild und Juckreiz weiterhin dokumentiert werden.
Fazit
Eine Ausschlussdiät ist aufwendig, liefert bei konsequenter Durchführung jedoch belastbare Ergebnisse. Wer jeden Schritt dokumentiert und die Diät nicht vorzeitig abbricht, schafft eine verlässliche Grundlage für die langfristige Fütterung. Bei anhaltenden oder unklaren Beschwerden empfiehlt sich eine tierärztliche Begleitung.
FAQ
Wie lange dauert eine Ausschlussdiät beim Hund?
In den meisten Fällen dauert eine Ausschlussdiät 6 bis 8 Wochen. Hautprobleme können etwas länger benötigen, bis sie vollständig abgeklungen sind.
Darf mein Hund während der Ausschlussdiät Leckerlis bekommen?
Ja, allerdings nur Leckerlis aus derselben Proteinquelle oder speziell für Ausschlussdiäten geeignete Produkte. Andere Snacks können das Ergebnis verfälschen.
Kann ich Nassfutter für eine Ausschlussdiät verwenden?
Ja. Wichtig ist, dass das Nassfutter nur eine tierische Proteinquelle enthält oder als hydrolysiertes Diätfutter für Ausschlussdiäten geeignet ist. Eine übersichtliche Zutatenliste erleichtert die Beurteilung der Ergebnisse.
Ist Pferdefleisch für eine Ausschlussdiät geeignet?
Pferdefleisch kann für eine Ausschlussdiät geeignet sein, wenn der Hund diese Proteinquelle bisher noch nicht gefressen hat. Gleiches gilt für andere Proteinquellen wie Hirsch, Ziege, Känguru oder Insektenprotein. Welche Fleischsorte infrage kommt, hängt immer von der bisherigen Fütterung ab und sollte idealerweise gemeinsam mit dem Tierarzt ausgewählt werden.
Was tun, wenn sich die Symptome nicht verbessern?
Bleiben die Beschwerden unverändert oder verschlimmern sie sich, sollte der Hund tierärztlich untersucht werden. Auch bei Unsicherheiten oder wenn ein Blut-Allergietest in Betracht gezogen wird, sollte der Tierarzt konsultiert werden – insbesondere, wenn der Hund starke Allergiesymptome zeigt.
Welches Futter eignet sich am besten für die Ausschlussdiät beim Hund?
Am besten geeignet ist ein Monoprotein-Hundefutter mit nur einer tierischen Proteinquelle und einer möglichst kurzen Zutatenliste. Alternativ kann ein hydrolysiertes Diätfutter sinnvoll sein, wenn es vom Tierarzt empfohlen wurde.