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Hund steht schwer auf - älterer Hund beim aufstehen
01.09.2026 9 Min. Lesezeit 1535 Wörter

Mein Hund hat Schwierigkeiten beim Aufstehen - und jetzt?

Dein Hund steht nach dem Liegen nur schwer auf oder läuft zunächst steif? Erfahre, welche Ursachen dahinterstecken können, worauf du achten solltest und wann ein Tierarztbesuch sinnvoll ist.

Gerade lag dein Hund noch gemütlich im Körbchen - und plötzlich wirkt das Aufstehen wie ein kleines Workout. Er braucht mehrere Anläufe, stemmt sich mühsam mit den Vorderbeinen hoch oder läuft auf den ersten Metern auffällig steif. Wenn ein Hund Schwierigkeiten beim Aufstehen hat, können ganz unterschiedliche Ursachen dahinterstecken.

Deshalb gilt: Beobachten statt panisch im Internet zu recherchieren - aber Veränderungen ernst nehmen. Wir zeigen dir, welche Ursachen infrage kommen, woran du Gelenk- und Nervenprobleme unterscheiden kannst und was du tun kannst, wenn dein Hund schwer aufsteht.

Warum hat mein Hund Schwierigkeiten beim Aufstehen?

Häufige Ursachen in der Übersicht

  • Arthrose und andere Gelenkveränderungen
  • Hüftdysplasie
  • Knieprobleme
  • Veränderungen an der Wirbelsäule
  • Muskelabbau und Muskelschwäche
  • Verletzungen oder Überlastungen
  • neurologische Erkrankungen
  • zusätzliches Körpergewicht als Belastungsfaktor

Für den Körper deines Hundes ist beim Aufstehen Teamwork gefragt: Gelenke, Muskeln und Nerven müssen zusammenspielen, damit er sich aus dem Liegen aufrichten und sicher loslaufen kann. Gerät einer dieser Bereiche aus dem Gleichgewicht, kann das Aufstehen plötzlich schwerfallen.

Nicht immer muss direkt eine ernsthafte Erkrankung vorliegen. Vielleicht hat dein Hund sich beim letzten Spaziergang übernommen, der Boden ist zu glatt oder die Muskulatur lässt im Alter etwas nach. Wiederkehrende oder stärker werdende Probleme beim Aufstehen können allerdings auch auf Gelenkbeschwerden, chronische Abnutzung der Gelenke (Arthrose), Erkrankungen der Wirbelsäule oder neurologische Probleme hindeuten.

Typisch ist die sogenannte Anlaufsteifigkeit – oder auch Anlaufschmerz: Dein Hund steht nach einer längeren Ruhephase schwer auf und bewegt sich zunächst steif oder langsam. Nach einigen Minuten Bewegung läuft er dagegen wieder deutlich besser.

Gelenkbeschwerden und Arthrose

Eine häufige Ursache für Schwierigkeiten beim Aufstehen beim Hund sind Veränderungen an den Gelenken. Dazu gehören beispielsweise Arthrose und Hüftdysplasie. Gerade bei älteren Hunden kommt Arthrose häufiger vor. Trotzdem sollte schweres Aufstehen nicht einfach mit einem „der wird halt alt“ abgetan werden. Alter ist schließlich keine Diagnose.

Probleme mit Rücken und Wirbelsäule

Nicht nur die Gelenke können schuld sein: Auch Veränderungen oder Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule können dazu führen, dass dein Hund nicht richtig aufstehen möchte oder kann. Mögliche Ursachen reichen von Verspannungen und Überlastungen bis zu Bandscheibenproblemen oder anderen Erkrankungen der Wirbelsäule. Manche Hunde vermeiden zusätzlich Treppen oder Sprünge, zeigen einen veränderten Gang oder reagieren empfindlich auf Berührungen am Rücken.

Muskelschwäche und Muskelabbau

Besonders bei älteren Hunden kann Muskelmasse verloren gehen. Weniger Muskelkraft bedeutet wiederum: Das Hochkommen aus dem Liegen wird anstrengender. Daraus kann ein kleiner Teufelskreis entstehen:

weniger Bewegung → weniger Muskulatur → schwierigeres Aufstehen → noch weniger Bewegung

Genau deshalb ist dauerhafte Schonung bei (chronischen) Beschwerden nicht automatisch die beste Lösung. Welche Bewegung sinnvoll ist, hängt allerdings immer von der Ursache ab.

Verletzungen und Überlastung

Dein Hund ist gestern noch problemfrei über die Wiese geflitzt - und heute kommt er kaum aus seinem Bett?

Dann können auch Muskelkater, eine Überlastung oder eine Verletzung dahinterstecken. Besonders wenn die Beschwerden plötzlich auftreten, dein Hund humpelt oder ein Bein deutlich entlastet, sollte eine akute Ursache ausgeschlossen werden.

Neurologische Ursachen

Auch die Nerven steuern, wie sicher und koordiniert sich dein Hund bewegt. Neurologische Erkrankungen können deshalb ebenfalls dazu führen, dass ein Hund schlechter aufstehen kann als üblich, schwankt oder seine Beine nicht richtig kontrollieren kann. Besonders auffällig sind beispielsweise schleifende Hinterpfotenwiederholtes Umknicken, ein schwankender Gang oder das Nachziehen eines Beines.

Gelenke oder Nerven – woran erkenne ich den Unterschied?

Dass ein Hund plötzlich schwerfälliger aufsteht, bedeutet nicht automatisch, dass seine Hüfte oder Knie das Problem sind. Gerade Veränderungen an der Hinterhand können sowohl orthopädische als auch neurologische Ursachen haben.
 
Ein paar Beobachtungen können erste Hinweise liefern:

Beobachtung

Mögliche Einordnung

Nach dem Liegen steif,

nach einigen Minuten beweglicher

eher typisch für Gelenkbeschwerden

Ein bestimmtes Bein wird entlastet

Schmerzen oder Verletzung möglich

Hund vermeidet Sprünge oder Treppen

Gelenkbeschwerden, Rückenprobleme oder Schmerzen möglich

Hinterpfoten schleifen über den Boden

neurologische Abklärung sinnvoll

Pfote knickt wiederholt um

neurologische Ursache möglich

Hund schwankt oder wirkt unkoordiniert

zeitnah tierärztlich abklären

Hinterbeine werden plötzlich nachgezogen

tierärztlicher Notfall

Wichtig: Diese Beobachtungen helfen dir dabei, Veränderungen besser einzuschätzen, sie ersetzen keine Diagnose. Gerade Gelenk-, Rücken- und Nervenprobleme können sich in ihren Symptomen überschneiden.

Akute Maßnahmen: Was kann ich sofort tun?

Zunächst kannst du deinem Hund den Alltag etwas leichter machen.

Sorge für Halt: Auf Laminat, Fliesen und glattem Parkett rutschen die Pfoten beim Aufstehen schnell weg. Teppichläufer oder rutschfeste Matten rund um den Schlafplatz können bereits einen großen Unterschied machen.

Gestalte den Liegeplatz passend: Ein gemütliches Hundebett ist wunderbar, solange dein Hund darin nicht zu tief versinkt. Sehr weiche oder tiefe Betten können das Aufstehen zusätzlich erschweren. Der Liegeplatz sollte bequem stützen und leicht zugänglich sein.

Vermeide unnötige Sprünge: Muss dein Hund regelmäßig ins Auto, aufs Sofa oder über hohe Stufen, können Rampen oder kleine Einstiegshilfen den Bewegungsapparat entlasten.

Beobachte deinen Hund: Wann treten die Schwierigkeiten auf? Nur morgens? Nach langem Liegen? Nach dem Spaziergang? Wird es durch Bewegung besser oder schlechter? Solche Informationen können später bei der Ursachenfindung enorm hilfreich sein.

Und ganz wichtig: Ziehe deinen Hund nicht an Halsband, Beinen oder Rute hoch. Braucht er Unterstützung beim Aufstehen, lass dir von einer Tierarztpraxis oder Tierphysiotherapie zeigen, wie du ihn sicher unterstützen kannst.

 
Mittelfristige Maßnahmen, wenn dein Hund schwer aufsteht

Ist eine akute Verletzung ausgeschlossen oder die Ursache bereits bekannt, geht es darum, Bewegung möglichst angenehm und kontrolliert zu gestalten.

Oft sind mehrere kürzere Spaziergänge besser geeignet als eine einzige sehr lange Runde. Gleichmäßige Bewegungen auf gut begehbaren Wegen belasten den Körper kontrollierter als abrupte Stopps, wilde Richtungswechsel oder ausgiebiges Ballwerfen.

Wie viel Bewegung dein Hund braucht, hängt von Alter, Fitness und vor allem der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei bekannten Gelenkproblemen kann gezieltes Training dabei helfen, die Muskulatur zu erhalten - denn starke Muskeln unterstützen wiederum den Bewegungsapparat.

Auch das Körpergewicht spielt eine Rolle. Zusätzliches Gewicht bedeutet zusätzliche mechanische Belastung für Gelenke und Bewegungsapparat. Gerade wenn dein Hund sich aufgrund seiner Beschwerden weniger bewegt, lohnt sich deshalb ein regelmäßiger Blick auf Gewicht und Körperform.

Langfristige Strategien: So kannst du die Beweglichkeit deines Hundes unterstützen

Um die Gelenkgesundheit bei Hunden sollte sich nicht erst gekümmert werden, wenn das Aufstehen schon schwierig wird.

Zu einer langfristigen Unterstützung gehören vor allem regelmäßige, altersgerechte Bewegung, eine gut erhaltene Muskulatur und ein gesundes Körpergewicht. Auch wiederholte extreme Belastungen - etwa häufiges Springen, abrupte Stopps oder permanentes Treppensteigen - können je nach Hund und gesundheitlicher Situation ungünstig sein.

Besonders bei älteren Hunden lohnt es sich außerdem, kleine Veränderungen früh wahrzunehmen. Wird die Morgenrunde langsamer? Zögert dein Hund plötzlich vor der Treppe? Braucht er länger, bis er nach dem Schlafen richtig in Gang kommt? Je früher solche Veränderungen auffallen, desto früher kann nach der Ursache gesucht und entsprechend reagiert werden.

Massage oder Physiotherapie: Was ist besser?

Eine kleine Massage klingt erst einmal nach Wellnessprogramm für Vierbeiner. Bei einem steifen Hund sollte allerdings nicht einfach drauflosgeknetet werden. Ob eine Massage beim Hund sinnvoll ist, hängt von der Ursache der Beschwerden ab. Bei Verspannungen oder bestimmten chronischen Problemen können geeignete Massagetechniken eine sinnvolle Ergänzung sein. Bei akuten Verletzungen, starken Schmerzen oder neurologischen Erkrankungen können falsche Handgriffe dagegen problematisch sein.

Eine Tierphysiotherapie geht deutlich weiter. Nach tierärztlicher Diagnose können dort beispielsweise Bewegungsabläufe analysiert, Muskulatur gezielt aufgebaut und individuell passende Übungen erarbeitet werden.

Wann muss mein Hund zum Tierarzt?

Wenn dein Hund immer wieder Schwierigkeiten beim Aufstehen hat oder die Beschwerden zunehmend stärker werden, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.

Schnell beziehungsweise sofort zum Tierarzt solltest du, wenn dein Hund:

  • plötzlich gar nicht mehr aufstehen kann
  • seine Hinterbeine nachzieht
  • wiederholt mit einer Pfote umknickt
  • schwankt oder sich nicht auf den Beinen halten kann
  • starke Schmerzen zeigt
  • nach einem Sturz oder Unfall plötzlich Probleme beim Aufstehen hat
  • stark hechelt, zittert oder ungewöhnlich unruhig ist
  • Urin oder Kot nicht mehr kontrollieren kann oder
  • sich sein Allgemeinzustand deutlich verschlechtert oder plötzlich Fieber hinzukommt

Unser kleiner Tipp für den Tierarzttermin: Filme deinen Hund beim Aufstehen. Am besten nach einer längeren Ruhephase und zusätzlich beim anschließenden Laufen. In der Praxis bewegen sich manche Hunde durch Aufregung plötzlich erstaunlich unauffällig: Selbstverständlich genau dann, wenn man sich seit drei Tagen sorgt, dass der Liebling kaum hochkommt.

Gelenke unterstützen: Ernährung und Ergänzungsfutter

Neben Bewegung, Gewicht und einer hundefreundlichen Umgebung kann auch die Ernährung Teil einer langfristigen Strategie sein. Für die Fütterung des Bewegungsapparates werden beispielsweise Ergänzungsfuttermittel mit Grünlippmuschel, Glucosamin oder Chondroitin empfohlen.

Grünlippmuschel enthält von Natur aus Glykosaminoglykane. Wer Grünlippmuschel gezielt in den Speiseplan seines Hundes integrieren möchte, kann beispielsweise ein entsprechendes Grünlippmuschelpulver verwenden.

Eine weitere Möglichkeit sind Ergänzungsfuttermittel wie hochwertige Futteröle, z.B. Lachs- und LeinölPulverzusätze oder funktionale Leckerlis. Wichtig bleibt aber die Reihenfolge: erst Ursache klären, dann unterstützen. Auch eine Kombination verschiedener Inhaltsstoffe kann sinnvoll sein, z.B. in Form von Mischölen oder speziell für die Gelenkfunktion entwickelten Präparaten. Unser Tipp: Unsere „Spielfreude“-Tabletten mit Muschelfleischmehl, Teufelskralle und Weidenrinde supporten sanft die natürliche Bewegungsfunktion deines Hundes. Was man dabei nicht vergessen darf: Ergänzungsfuttermittel können Bestandteil einer bedarfsgerechten Ernährung sein, ersetzen aber weder eine tierärztliche Diagnose noch eine notwendige Behandlung.
 

Häufige Fragen, wenn Hunde plötzlich Probleme beim Aufstehen haben

Warum kommt mein alter Hund hinten nicht mehr so einfach hoch?

Wenn ein alter Hund Probleme beim Aufstehen hat, können unter anderem Gelenkveränderungen, Arthrose, Muskelabbau oder Veränderungen an Rücken und Wirbelsäule dahinterstecken. Auch neurologische Ursachen sind möglich. Altersbedingte Veränderungen kommen zwar häufiger vor, deutliche Bewegungseinschränkungen sollten trotzdem tierärztlich abgeklärt werden. 

Mein Hund steht nach dem Schlafen schwer auf und läuft danach normal - was bedeutet das?

Das kann zu einer sogenannten Anlaufsteifigkeit passen, wie sie bei Gelenkbeschwerden vorkommen kann. Allein anhand dieses Symptoms lassen sich andere Krankheiten wie z.B. Arthrose jedoch nicht diagnostizieren. Tritt die Steifheit regelmäßig auf, sollte dein Hund untersucht werden. 

Kann auch ein junger Hund Schwierigkeiten beim Aufstehen haben?

Ja. Probleme beim Aufstehen sind kein reines Seniorenthema. Bei jungen Hunden können beispielsweise Verletzungen, Überlastungen, genetische Vorbelastung oder orthopädische Erkrankungen dahinterstecken.

Soll ich meinen Hund schonen, wenn er schwer aufsteht?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Bei einer akuten Verletzung kann Schonung notwendig sein. Bei chronischen Gelenkbeschwerden kann vollständige Inaktivität dagegen zu weiterem Muskelabbau führen. Welche und wie viel Bewegung geeignet ist, sollte sich deshalb nach der Ursache richten.

Darf ich meinem Hund Schmerzmittel für Menschen geben?

Auf keinen Fall. Einige menschliche Schmerzmittel können für Hunde gefährlich oder sogar giftig sein. Medikamente solltest du deinem Hund ausschließlich nach tierärztlicher Rücksprache geben.

Kann ich meinen Hund massieren, wenn er steif ist?

Nicht ohne die Ursache zu kennen. Bei bestimmten chronischen Beschwerden können Massagen sinnvoll sein, bei akuten Verletzungen, starken Schmerzen oder neurologischen Problemen dagegen ungeeignet. Eine Tierphysiotherapie kann dir passende Techniken für deinen Hund zeigen.

Was kann ich tun, damit mein Hund im Alter besser aufstehen kann?

Rutschfeste Böden, ein gut zugänglicher Liegeplatz, angepasste regelmäßige Bewegung, der Erhalt der Muskulatur und ein gesundes Körpergewicht können den Alltag erleichtern. Je nach individueller Situation kann außerdem eine physiotherapeutische oder ernährungsbezogene Unterstützung sinnvoll sein.

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